Der cremefarbene Fiat 500 war noch nicht richtig auf dem Messestand in der Halle 4.1 eingeparkt, schon gab es für die Professoren Dr. Harald Altjohann und Dr. Thomas Heinze von der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW) kaum noch eine ruhige Minute auf der Fachmesse Automechanika in Frankfurt. «Die Diskussion ging sofort los», berichtet Altjohann über den Auftritt des Projektes CO2-100minus auf dem Stand des niederländischen Gasanlagenbauers Vialle.
Die Interessenten gaben sich vom 15. bis 21. September 2008 die sprichwörtliche Klinke in die Hand, eine Terminvereinbarung jagte die andere. Im Mittelpunkt der vielen spannenden Gespräche stand meist das Innovationspotenzial für Ottomotoren durch Autogas-Systeme und die Zukunft von LPG-Anlagen selbst. Da war es nur gut, dass auch die HTW-Studenten Martin Dillinger, Jochen Diehl und Jan Thies ab dem 16. September – dem ersten offiziellen Messetag – den Interessenten Rede und Antwort standen. Die drei kennen sich bestens aus. Zum einen arbeiten sie im Labor für Verbrennungskraftmaschinen in Saarbrücken täglich mit dem Fiat an dem Ziel, den ursprünglichen CO2-Ausstoß von über 120 Gramm unter die magische Grenze von 100 Gramm pro Kilometer zu drücken. Zum anderen haben sie das Projekt CO2-100minus bereits auf dem Heißluftballontreffen «Montgolfiade» in Münster vorgestellt und wissen genau, was die Besucher in erster Linie interessiert.
Eines freute die Professoren besonders: Zahlreiche Firmenvertreter auf der Automechanika kamen auf das Projekt CO2-100minus zu – und nicht umgekehrt. Obwohl es der erste ganz große öffentliche Auftritt der Saarbrücker Initiative gegen den Klimakiller CO2 war, hatten die Forschungsarbeiten an der HTW in der Automobilbranche offensichtlich schon einen recht hohen Bekanntheitsgrad.
Mit dazu bei trug aber auch das zweite Versuchsfahrzeug des Projekts CO2-100minus. Der silberfarbene Hyundai i10 stand auf dem Freigelände vor der Halle 4 und diente dort mit seiner auffälligen Sponsoren-Beklebung als Blickfang. Er lud förmlich dazu ein, sich bereits draußen oder eben im Innern der Halle 4 mit dem Thema CO2-Einsparung mit Hilfe von Autogas näher zu befassen.
Noch nicht gezeigt werden konnte der jüngste Pkw in der Projekt-CO2-100minus-Versuchsflotte: Ein Peugeot 107. Er war von dem französischen Autobauer erst wenige Tage vor der Automechanika an die HTW-Professoren übergeben worden und lief noch im Benzinbetrieb, um Referenzwerte zu bekommen. Direkt nach der Messe erfolgte auch hier die Umrüstung auf Autogas, wodurch die Forschung dann an drei Fahrzeugen parallel und im direkten Vergleich zueinander betrieben werden kann.
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